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Schokoladenseite verkehrt

By Raimund / November, 24, 2013 / 0 comments

Eins sag‘ ich Dir gleich, ich bin extrem unfotogen. Auch wieder so ein Satz, den ich oft höre. Lange dachte ich nur, aha, da fischt jemand nach Komplimenten. Ich machte eins, oder beschwichtigte wenigstens und weiter ging ’s. Das bekommen wir hin, antworte ich jetzt meistens und erzähle von meinen Erlebnissen mit anderen unfotogenen Kandidaten. Natürlich ohne Namen zu nennen.

Spiegelbild mit Schokoladenseite

Warum wir uns auf Fotos oft nicht mögen hat vielerlei Ursachen. Eine leicht nachvollziehbare und für viele zutreffende ist unser eigenes Spiegelbild. Niemand von uns hat ein exakt symmetrisches Gesicht. Die rechte unterscheidet sich von der linken Gesichtshälfte. Bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger. Sofern wir eine Lieblingshälfte haben, finden wir diese auf einem Foto von uns nicht wieder, da sie auf der falschen Seite ist. Übertrieben gesagt, wir schauen in ein fremdes Gesicht.

Die Schokoladenseite aus unserem Spiegelbild finden wir auf Fotos nicht so leicht wieder.

Spiegelverkehrte Schokoladenseite.

Ein weiterer Unterschied zwischen unserem Spiegelbild und einem Foto von uns ist die Situation, in der es entsteht. Vorm Spiegel können wir in Ruhe posieren und Gesichtsausdrücke ausprobieren. So lange, bis wir unser Gegenüber mögen und in guter Erinnerung behalten bis zum nächsten Wiedersehen.

Die gewohnte Schokoladenseite

Unser Spiegelbild ist unser treuer Weggefährte an den wir uns schon lange gewöhnt haben. Ihm verzeihen wir es auch gern, wenn es mal müde und weniger gut aussieht.

Die gewohnte Schokoladenseite.

Für Fotos von uns selbst gelten andere Kriterien. Sofern wir keine Models sind, ist es selten und ungewohnt, uns auf Fotos zu sehen. Dazu kommt noch, dass wir von einem Foto viel mehr wünschen, dass es uns von der besten Seite zeigt, als von unserem Spiegelbild. Da ist der Konflikt vorprogrammiert.

Selfies helfen

Dank Smartphones kann jeder jederzeit und augenblicklich jede Menge an Selbstporträts anfertigen. Viele von uns machen das ja auch schon ausführlich. Ich denke, dies wird unser Verhältnis zum fotografischen Selbstbildnis grundlegend verändern. Positiv.

Fürs SelfiebewusstseinText: kathrin-hollmer – nadja-schlüter, christian-helten und jakob-biazza; Fotos: andreafleischer/photocase.com, hui-buh/photocase.com, petaaa/photocase.com, jojo/photocase.com; Screenshots: Twitter, Instagram „Selfie“ ist das englische Wort des Jahres – um das Phänomen zu verstehen, muss man aber noch ein paar Begriffe mehr kennen. Bookshelfies zum Beispiel, Welfies und Duckfaces.

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