8768 Sunset Boulevard, West Hollywood, Los Angeles. 1986. 2016.

September 1986. Mit einer Konica Autoreflex TC, befestigt auf einem Rimowa Safari Stativ, stehe ich nach Sonnenuntergang auf dem Sunset Boulevard, Ecke Horn Avenue, West Hollywood. Vor mir ein Billboard, darauf Prince, Under the Cherry Moon. Weiter hinten ein weiteres mit der Werbung für den Film Round Midnight. Eine Menge Autos durchfahren die Kurve an dieser Stelle. Mit einem Drahtauslöser mache ich eine Reihe von Dauerbelichtungen.

8768 Sunset Boulevard 1986.

Sunset Boulevard

Es sind Semesterferien. Die letzten vor dem halben Jahr, in dem wir in der Fachhochschule Münster, Fachbereich Kommunikationsdesign, die Diplomarbeiten beginnen. Ich weiß nicht mehr was zuerst da war, der Plan nach Los Angeles zu meiner Tante in die Ferien zu fliegen, um die Zeit einfach nur auszuspannen, oder die Idee, eine Menge Fotos für meine Diplomarbeit zu machen. Eine Werbekampagne für Los Angeles. Jedenfalls schickte mich mein Professor mit den Worten „Machen Sie viele, viele Fotos. Fotografieren Sie alles. Jeden Stein, jede Mülltonne.“ in mein Vorhaben. Dieses Foto vom Sunset Boulevard spielte letztendlich keine allzu große Rolle in der Kampagne, für mich persönlich aber schon. Es ist wohl eines der besten Fotos mit Dauerbelichtung, die mir in der analogen Zeit gelungen sind. Ich ließ mir bei Foto Porst in Münster ein Poster machen, das auch heute noch in unserer Münchner Wohnung einen prominenten Platz hat.

8768 Sunset Boulevard 2016.

rvp_los-angeles_20160910-img_9412-fb-1200px Daniel Lupercio von Samy’s Camera fand es pretty awesome, als ich Stativ und Fernauslöser bei ihm mietete, das Foto von 1986 zeigte und erzählte, dass ich an genau der Stelle ein weiteres in der Art machen wolle.

So standen Stephanie und ich vor zwei Tagen, am 9. September 2016, kaum einen Steinwurf entfernt vom Chateau Marmont und machten eine Reihe von Dauerbelichtungen. Anders als 1986 konnte ich jedes Foto gleich auf dem Kameradisplay meiner Canon 6D sehen und hatte die Gewissheit, dass das Projekt gelingen würde. Anders als 1986 habe ich im Nachhinein in Photoshop sogar noch die zwei Versionen mit den schönsten Autolichterstreifen miteinander kombiniert. Weil ich keine hatte, in der die so gut gelungen waren wie in meinem Foto von damals.

Die Idee, eine Autofahrt entlang der Pazifikküste von San Francisco nach Los Angeles zu machen hatten wir seit längerem. Der Gedanke, dieses besondere Foto nach 30 Jahren noch einmal zu machen kam später.

Danke Dir Stephanie für diese schöne Idee.

Rezension zum neuen Storytelling-Buch von Pia Kleine Wieskamp.

Pia Kleine Wieskamp hat diesen Sommer ein sehr gelungenes Buch über die vielfältigen Formen des Geschichtenerzählens, besser bekannt unter dem Begriff Storytelling herausgegeben.

Zur Person Pia Kleine Wieskamp.

Ich kenne Pia seit meinem Eintritt in die Welt der Sozialen Medien via Twitter und facebook, also seit 2009/2010. Auf diversen Social Media Veranstaltungen haben wir uns kennen und schätzen gelernt. Damals war sie noch für den Bereich Marketing und Kommunikation der Verlagsgruppe Pearson Deutschland tätig, nachdem sie vorher als Journalistin bei TV und Print-Magazinen gearbeitet hatte.

Heute ist die Kommunikations- und Marketingexpertin als IT-Fachdozentin, Corporate Bloggerin und Reisebloggerin sowie als Dozentin und Trainerin in den Bereichen Online-Marketing, Social Media und Storytelling beschäftigt.

Storytelling: Digital – Multimedial – Social: Formen und Praxis für PR, Marketing, TV, Game und Social Media

Bei Amazon.de erhältlich: Storytelling: Digital – Multimedial – Social: Formen und Praxis für PR, Marketing, TV, Game und Social Media, Pia Kleine Wieskamp, Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG, ISBN: 9783446446458: Schnelle und versandkostenfreie Lieferung ✓

Zum Buch.

Den Begriff Storytelling hat mittlerweile sicher jeder schon mal gelesen oder gehört. Aber was versteht man genau unter Storytelling? Geschichten erzählen, klar. Eine der zentralen und ältesten Kulturtechniken der Menschheit.

Das Buch von Pia Kleine Wieskamp zeigt uns, wie sich das Geschichten erzählen im Laufe der Menschheitsgeschichte entwickelt hat, in wie vielen unserer Lebensbereiche es eine zentrale Rolle spielte und wie es das heute noch tut. Dabei liegt der Fokus auf den Möglichkeiten und Werkzeugen, die sich all denen bieten, die sich professionell mit dem Thema Storytelling beschäftigen. PR und Marketing Leute zum Beispiel.

Pia Kleine Wieskamp hat hierzu einige Experten um sich versammelt, die von ihren Überzeugungen, Erfahrungen und Denkansätzen berichten sowie interessante Beispiele nennen.

Fragestellungen und Checklisten für alle.

Das Buch ist nicht nur für Kommunikationsprofis großer oder mittelständischer Unternehmen interessant. Jeder Selbstständige, jeder Kleinunternehmer, der Storytelling für seine Marketingzwecke einsetzen möchte findet bei Pia Kleine Wieskamp viele Tipps zu Techniken und Hilfsmitteln.

Besonders hilfreich finde ich unter anderem die Grafiken, die zeigen wie eine Geschichte funktioniert sowie die immer wiederkehrenden Checklisten und Fragen zum Überprüfen der eigenen Storyentwicklung.

Snapchat und Instagram Stories. Wi(e)der die Vergänglichkeit.

Mit Snapchat können sich viele nicht so richtig anfreunden. Bei mir hat es auch eine Weile gedauert. Die App ist nicht wirklich intuitiv, das Konzept deutlich anders als das anderer Social-Media-Plattformen.

Snapchat und Instagram Stories. Die digitale Version der Vergänglichkeit.

Wir hängen an unserem Leben. Und an allem was damit verbunden ist. Liebe Menschen. Schöne Dinge. Besonders in glücklichen Augenblicken wird oft klar, wie kurz solche Momente sind und dass wir uns allzu schnell von allem verabschieden müssen. Wir können nichts für immer festhalten oder mitnehmen in ein anderes, nächstes Leben. Und dennoch sammeln wir, speichern wir. Um zu behalten und aufzubewahren. Mit facebook, Instagram, Flickr et cetera hat man uns zusätzliche Tagebücher und Fotoalben gegeben.

Snapchat

Snapchat Memory

Ganz so dramatisch mit der Vergänglichkeit ist es jetzt ja dann doch nicht mehr. Die Snapchat und Instagram Stories werden zwar immer noch nach 24 Stunden gelöscht, aber ich kann sie vorher archivieren.

Was soll ich mit Snapchat?

Wie gesagt, anfangs fand ich auch so gar keinen Zugang. Bis ich entdeckt habe, wie ich meinem Selfie lustige Tiergesichter aufsetzen kann, verging eine Weile. Die Idee für passende Inhalte aus meinem digitalen Leben fehlte mir auch lange. Die Stories der anderen User kamen mir zuerst auch eher wie erst mal Kaffee vor.

Ich kann nicht sagen, dass ich Snapchat und Instagram Stories nicht mehr missen möchte, aber ich nutze beide Kanäle heute doch ziemlich regelmäßig. Ich traue mich jetzt, auch mal ein Foto ohne einen letzten prüfenden Blick zu posten. Einen echten Schnappschuss. Kombiniert oder gemischt mit kurzen Videosequenzen von einem Lichtaufbau im Studio oder meinem Weg dorthin.

Instagram Stories

Ich sehe Snapchat nicht allein als der Fotograf, sondern als die Person, die ich insgesamt bin. Das Konzept der Stories bringt eine neue Möglichkeit, andere an meinem Leben teilhaben zu lassen. Wie nah und detailliert, bestimme ich auch hier ganz allein selbst. Meine Social Media Kontakte erlebe ich jedenfalls durch ihre Stories noch einmal neu.

SnapChat: raimund-v