Category: History

damals, als der Vater noch die Porträts machte.
mit zehn Jahren. Eine Kindheit als Analogue Native.

1972, im März, wurde ich 10 Jahre alt. Die Sommer waren noch richtige Sommer, die Winter so, wie man sich richtige Winter vorstellt. Klingt kitschig, war aber so. Wenn ich nicht in der Schule oder zuhause bei den Hausaufgaben saß, war ich viel draußen. Meine Kindheit fand auf dem Bolzplatz statt. In Feldern und Wäldern. Auf dem Land. Im Münsterland. In Nordrhein-Westfalen.

Älter werden war in meiner Kindheit eine wunderbare Perspektive.

Mit zehn Jahren habe ich mich noch darauf gefreut älter zu werden. Ach was, gefreut, ich konnte es nicht abwarten, älter zu werden. Viele Zwänge würden wegfallen und ungeahnten Freiheiten Platz machen (Haha).

Kindheit

Sonntags nicht mehr in die Kirche müssen, wohin man vor allem ging, weil die Eltern Angst vor dem Gerede der Nachbarn hatten, wenn man es nicht tat. Sonntags nicht mehr mit Oma, Opa und der ganzen Familie in Sonntagskleidung spazieren gehen müssen. So lange aufbleiben wie ich wollte. Im Sommer stand ich oft hinter einem Spalt hochgezogener Jalousie, um den anderen Kindern auf der Straße beim Spielen im Sonnenuntergang zuzusehen.

Französisch oder Latein.

1972 wechselte ich von der Grundschule auf ’s Gymnasium. Das bedeutete zum einen eine neue Route für den Schulbus, zum anderen dass meine Eltern und ich entscheiden mussten, ob ich neben Englisch Latein oder Französisch als zweite Fremdsprache lernen wollte. Für Französisch sprach, wenn ich mich richtige erinnere, damals nur, dass es eine so genannte lebende Sprache ist, während Latein ja schon lange tot war. „Latein ist die Grundlage aller romanischen Sprachen. Wenn Du Latein kannst, lernst Du all romanischen Sprachen im Handumdrehen.“ haben sie gesagt. „Mit dem Latinum kannst Du später Medizin studieren .“ haben sie gesagt. Somit war das Große Latinum beschlossene Sache.

Früher war alles besser. Nicht.

1972 wurden die in München stattfindenden Olympischen Spiele von einer Geiselnahme mit katastrophalem Ende überschattet. Grundlage war der bis heute anhaltende (und – jede Wette – zu meiner Lebenszeit nicht endende) so genannte Nahostkonflikt.
1972 wurde die Führung Baader-Meinhof-Gruppe verhaftet. Dennoch kann die RAF weitere Anschläge verüben.

Der 1955 begonnene Vietnamkrieg tobte 1972 immer noch.

Ich kann mich nicht erinnern, dass wir Kinder all das schon diskutiert hätten. Das kam erst später, als man uns Jugendliche nannte. Bis dahin blieb der ein oder andere schwarz-weiße Moment einer Nachrichtensendung im Gedächtnis wie aus einem Krimi oder einem Gruselfilm. Unwirklich und weit genug weg, als dass es eine reale Bedeutung hätte haben können.

Lutz Prausers Blogparade „Als ich zehn war.“

Vielen Dank, lieber Lutz Prauser für diese Blogparade. Bis zum 30. Oktober können Beiträge eingereicht werden.

 

Einladung zur Blogparade „Als ich zehn war“

Gelegentlich mache ich ja bei Blogparaden mit, schreibe über Leidenschaft, München, Sammelwut, Urlaubziele, Stadt oder Land, gegen Rechts, und was sonst noch so an Themen, die mich interessieren, aufgerufen wird. Zeit wird’s eine eigene Blogparade ins Leben zu rufen. Und hier ist sie: Habt Ihr Lut, mitzumachen? Dann seid Ihr herzlich eingeladen.

Künstlerporträt
Berührungspunkte. Ein Künstlerporträt.

Ich finde nicht, dass ein Künstlerporträt depressiv aussehen muss, um interessant zu wirken. Drum gefällt mir dieses Foto hier sehr!!!

Dieser leicht abgewandelte Kommentar unter dem Künstlerporträt vom schmunzelnden Alexander bleibt mir sicher in Erinnerung. Die Kommentatorin konnte nicht wissen, dass dieses spezielle Portraitfoto an einem Tag entstand, an dem es dem Portraitierten durchaus zugestanden hätte, depressiv auszusehen. Mir wurden Shootings schon aus weit geringeren Gründen abgesagt. Alexander war da. Allein schon das macht mir dieses Shooting zu einem besonderen.

schwarzweiss Porträt

Unser erster Berührungspunkt liegt bereits Dekaden zurück. Er freier Versicherungsmakler, ich Grafikdesigner in einer Agentur. Zwischen unseren Begegnungen lagen meist mehrere Jahre. Ich erfuhr, dass Alexander Film- und Fernsehmusik komponierte und produzierte. Dass er DJ für diverse Münchner Clubs war. Und er malt. Ein Künstler.

Berührungspunkte.

 

Alexander ist einer derjenigen für mich, die ich in großen Zeitabständen treffen kann, ohne dass es sich fremd anfühlt. Ohne dass es mir so vorkommt, als hätte ich ewig nichts mehr mit ihm zu tun gehabt. Sicher, unsere facebook Freundschaft trägt ihren Teil dazu bei, dass es so ist. Die Berührungspunkte liegen zeitlich nicht mehr so weit auseinander.

Schallplattensammlung, Glühwein und Zimtsterne.

Das planen wir seit unseres Kontakts über facebook. Ein Winterabend vor dem Plattenspieler. Glühwein und Zimtsterne. Geschichten erzählen. gegenseitig auf den neusten Stand bringen. Ich freu‘ mich drauf.

Karla Paul
Richtung Norden. Karla Paul zieht ’s nach Hamburg.

München hat seine Literaturpäpstin verloren. Karla Paul, Verfasserin des Blogs buchkolumne.de. Mitglied der Redaktionsleitung und Social Media Expertin bei lovelybooks.de. Ihre neue Wohnung in Hamburg hat sie bereits bezogen. Ab dem 1. Juli gestaltet Karla das E-Book-Programm von Hoffmann und Campe.

Karla Paul samt Zamperl

Als ich mit Karla den Shooting Termin vereinbarte wusste ich noch von nichts. Um so mehr freut es mich, dass es noch gerade rechtzeitig vor ihrem Wechsel geklappt hat. Karla wird uns in München fehlen. Hamburg gewinnt eine beeindruckende Persönlichkeit.

Was ich vergessen hatte Dir zu raten, Karla. Kauf dem Zamperl noch eine Bleiweste, bevor ihr zwei wieder am Meer spazieren geht. Du magst die bodenständige Sturmkönigin sein, aber das Zamperl könnte davonfliegen.

Karla Paul samt Zamperl